Sonntag, 27. Februar 2011

Saure Rinse - aufgepeppt



Als überzeugte Haarseifennutzerin benötige ich nach der Haarwäsche etwas, was die Haarstruktur wieder glättet - also etwas saures - und den Kopfschmuck möglichts auch pflegt.

Im Laufe der Zeit testete ich mich durch etliche Variationen; angefangen von Zitronensaft über diverse Essige, die nach und nach mit verschiedenen Mitteln aufgepeppt wurden.

So fand ich für mich herraus, dass einfacher klarer Apfelessig von meinen Haaren und - besonders wichtig - von meiner Kopfhaut gut vertragen werden.
Es riecht nur nicht besonders nett ;)

Ergo erweiterte ich meine Versuche um die Zugabe von ätherischen Ölen. Gefiel der Nase gleich viel besser und den Haaren auch: sie wurden leichter kämmbar und bekamen einen Ticken mehr Glanz.
So ganz war ich aber noch nicht zufrieden, weil die Mischung Essig/ÄÖs nicht beieinander blieb. Will heißen, die Öle schwammen immer obenauf. Von marit bekam ich im NSF den Supertip doch Lysolecithin zu verwenden. Und siehe da, nicht nur die ÄÖs emulgierten prima, auch meinen Haaren bekommt die Extraportion Pflege durch das LL ganz wunderbar. Die sonst doch recht trockenen Längen wirken bei weitem nicht mehr so stohig.

"Gut!", dachte ich mir. Da geht vielleicht noch mehr. Und so kommen nun immer noch einige Tropfen Öl in das Gemisch.

Und so sieht meine bisher ultimative Mischung aus:

5 g warmes Wasser
4 g Lysolecithin (wird angepeilt, klappt mit der zähen Masse aber nie genau)
90 g angewärmter klarer Apfelessig
1,8 g ätherische Ölmischung (bestehend aus reichlich Lavendel, etwas weniger Grapefruit (weil ich Orange nicht vertrage) etwas Rosmarin, Atlaszeder, Zypresse und ein Minischwups Patchouli und Salbei)
1 g Arganöl (da möchte ich in Zukunft mal Jojoba oder Mandelöl oder Rizinusöl o.a. testen)

So rühre ich das Ganze zusammen: (da werden jetzt die Rührerfahrenen unter euch wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen)
Zunächst das Lysolecithin im Wasser verrühren, dann den Essig unter rühren (da kommte der praktische Milchaufschäumer wieder zum Einsatz), die ätherischen Öle und das Pflanzenöl zum Schluß einquirlen - und fertig.

Von diesem Mischmasch gebe ich nach der Haarwäsche etwa 2 Eßlöffel voll in einen 1l-Messbecher der immer neben der Dusche steht, fülle mit warmem Wasser auf und kippe es, bei den Längen angefangen, über die "Haarpracht" *hüstel*. Nochmal mit klarem Wasser gut nachgespült und gut is :)

Die Haare sind sehr gut kämmbar, haben nach dem Fönen feines Volumen und Glanz, die Längen wirken nicht ausgetrocknet und die Kopfhaut ist stressfrei *strahlt*

Kommentare:

  1. Dank Deiner Frage im NSF habe ich mich ja vor einigen Wochen auch daran gemacht, meine saure Rinse etwas auf Vorrat zu machen. Ich dicke sie mit etwas Xanthan an, weil ich es einfach bequemer finde zu dosieren. Und ich mische etwas Brokkolisamenöl dazu, weil ich das in den Haaren herrlich finde - aber dass es jetzt duftet ist für mich immer noch ein Highlight! ;-)

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  2. Hm - da musste ich doch erstmal nachlesen was Xanthan ist. Also ein Gelbildner; aha. Da bleib ich wegen der Pflegewirkung doch lieber beim LL - auch wenn es sich nicht so einfach dosieren lässt.
    Aber das Brokkolisamenöl steht schon auf meiner Wunschliste für die nächste Bestellung :)

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  3. Wow das ist ja eine super Idee, wir haben sehr sehr hartes Wasser bei uns, deswegen hab ich Haarseife noch nicht probiert, aber so gegen den Kalk wäre eine saure Rinse ja sehr schön, gerade weil ich es ja dann mit dem Lieblingsduft versehen könnte.
    Meinst du das klappt auch mit Mulsifan? Die Pflege vom Lyso brauche ich bei meinen unkomplizierten Haaren nämlich nicht uuunbedingt, und den hätte ich eben gerade da.
    Ach ich glaub ich teste es einfach mal :D

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  4. Das habe ich mir jetzt gleich mal rauskopiert. Ich benutze seit einigen Monaten auch nur noch Haarseife, aber etwas extra Glanz und Pflege für mein Sielberhaar wäre nicht schlecht. An sich bin ich ein großer Anhänger von Obstessig,auch z.B. bei therapeutischen Waschungen in der Pflege, aber der Essiggeruch schreckt viele ab.
    Danke und liebe Grüße
    Andrea

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  5. Hey, das klingt richtig gut! Werd ich beizeiten auch mal testen, wenn meine Haarseifen gereift sind. Vielen Dank!

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  6. Vielen dank für dieses schöne Rezept. Bin ja Minimalist bei der Haarpflege. Aber eine saure Rinse mach ich immer, allerdings nur aus Apfelessig und Himbeeressig... Meine Familie hat sich an den Geruch noch immer nicht gewöhnt ;-)
    Werd dein Rezept aber mal ausprobieren.
    LG Anke

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  7. Hallo niki,
    deine Mischung hat mich jetzt auch zum Rühren animiert, trotz kaputtem Daumen:). Ich versuchs jetzt mal mit dem Reinlecithinpulver von DM.
    Gruß Marit

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  8. Das sieht sehr interessant aus. Hab mich aber gerade gefragt ob das auch mit Zitronenkonzentrat (Plastikzitrone) geht.

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  9. Danke für dieses tolle Rezept! Habe es gerade ausprobiert (leicht abgewandelt) und bin restlos überzeugt und begeistert :) Gerade der Glanz hat mir bei der Verwendung einer reinen "Essigrinse" schon sehr gefehlt - damit ist es absolut wundervoll und meine Haare duften auch noch herrlich orangig so wie ich es mag <3 Danke! LG, Chrissi

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