Freitag, 24. Juni 2011

Was eine Solarfärbung werden sollte ...


... nahm einen ganz anderen Lauf.

Aber der Reihe nach. Angefangen hab ich bei meiner ersten pflanzengefärben Wolle damit, dass ich in der Apotheke Alaun, auf dem Wochenmarkt am Kräuterstand eine Tüte getrocknete Kamillenblüten und im Haushaltswarenladen ein großes Einmachglas einkaufte.

Zu Hause angekommen löste ich im Einmachglas das Alaun in warmem Wasser auf und stopfte schichtweise den Merinokammzug und Kamillennblüten hinein, Deckel zu und das ganze wurde an ein Fenster auf der Südseite gestellt. So langsam beschlichen mich Zweifel, ob das so eine gute Idee war die Kamille lose zwischen die Fasern zu bringen. Sah im Glas fantastisch aus, aber bei dem Gedanken die Pflanzenteile alle wieder von der Wolle abzupfen zu müssen wurde mir ein wenig flau. Nun war es aber schon geschehen und ich wartete voller Ungeduld vier lange Tage. Was ich so an Infos gesammelt hatte besagte, dass Wärme zum Färben unbedingt notwendig ist. Nur was fehlte war die Sonne! Just da versteckte sich der Himmelskörper hartnäckig hinter dicken Wolken *mist*. Am Abend des vierten Tages war es mit meiner Geduld vorbei, ich stellte das Glas sammt  Inhalt für zwei Stunden bei 80° C in den Backofen und ließ es über Nacht dort auskühlen.

Am nächsten Morgen war die Spannung groß. Auskippen, waschen, mit Essigwasser fixieren *puhhhundnasezuhalt* und sich über die Farbe tierisch freuen *g*! Meine große Tochter meint ja, das wäre Pippigleb, aber ich bestehe auf ein zart-pastelliges Maisgelb.
Nebenbei fielen die meisten Kamillenblüten ab, nach dem Trocknen und kurzem Austusseln war das Gröbste runter. Nur die ganz winzigen Blütenteile hingen noch zu Hauf drin. Stur wie ich bin habe ich das Ergebnis trotz der anhängenden Minipflanzenteile versponnen - und siehe da - beim Ausziehen fiel auch noch der Rest von ganz alleine in meinen Schoß. Fertig versponnen und gezwirnt war nur noch die Farbe der Kamille im Garn.

Ich hatte schon angefangen zu stricken und las dann irgendwo im Internet, dass es sinnvoll ist dem Garn ein Bad zu gönnen - das entspannt und macht flauschig.
Jepp! Stimmt! Das ungewaschene Garn fühlte sich doch recht fest und "kordelig" an. Nun ist es einfach nur noch  - schöööööön und weich und einfach "hmmmmmm".








Kommentare:

  1. Hallo!
    Ich finde, die Farbe ist ganz, ganz toll geworden! Um so besser, dass sich auch die Blüten-Abzupferei so in Grenzen gehalten hat.
    Alles Liebe,
    Shushan

    AntwortenLöschen
  2. Pippigelb -grins- na ja, so unrecht hat sie da nicht. Aber ich finde dieses zarte Gelb trotzdem richtig schön!

    AntwortenLöschen
  3. Ich finde das Gelb sehr schön, ob es Pippigelb ist mag ich nicht beurteilen ;o) Kinder haben oftmals einen anderen Blickwinkel als wir Erwachsenen :o)
    Was strickst Du den tolles aus der Wolle?

    Sonnige Grüße Jessy

    AntwortenLöschen
  4. Dann hat sich das Experiment ja voll gelohnt, total schönes, zartes Gelb. Würde ich auch gerne mal probieren, nur ich hab ein großes Problem, nasse Wolle anzugreifen (so wie manche die Krise bekommen, wenn sie Styropor angreifen müssen)
    Bin gespannt, was es wird.
    LG
    Brigitte

    AntwortenLöschen
  5. Also ich finde dieses zarte Gelb sehr gelungen, gar nicht Pippi. Was soll denn daraus werden?
    Viele Grüße
    Petra

    AntwortenLöschen
  6. Ich finde die Farbe auch schön. Mopsi mag es zart.

    Hach, da gäbe schöne Wintersocken. Oder Pulswärmer??? *gg*

    LG Petra

    AntwortenLöschen
  7. Hallo!
    Ich finde Deine Farbe sehr gelungen. Spannend von Deinem Experiment zu Lesen. Ich bin auch gerade dabei meine Wolle im Glas zu färben.Meine wird pink
    Grüße aus Berlin von Dagmar

    AntwortenLöschen