Badebomben


... das sind meist kugelförmige Gebilde die ins Badewasser gegeben werden und sich dort sprudelnd auflösen.

Grundbestandteile sind Natriumhydrogencarbonat (Speisenatron) und Zitronensäure im Verhältnis 2:1 und ein wenig Stärke. Die drei Pulver gemischt, mit wenig Wasser oder Alkohol besprüht und verknetet kann man daraus schon Kugeln formen und als Badezusatz verwenden.
Mehr als ein leicht basisches Badewasser wird man damit aber nicht erhalten.

Durch Zugabe von ein wenig ätherischen Ölen oder kosmetikgeeignetem Parfümöl duftet's wenigstens.

Aber wir wollen ja mehr! Pflege für die Haut muß sein!
Wer wie Kleopatra baden möchte, der gibt noch Eselsmilchpulver dazu. So dekadent muss es aber nicht sein - jedes andere Milchpulver tut's auch. Von Magermilchpulver, das in vielen Supermärkten erhältlich ist, über Ziegen-, Schafsmilch-, Joghurt- oder Buttermilchpulver ist vieles verwendbar. Auch Kokosmilchpulver soll funktionieren.
So haben wir dann schon ein leicht basisches duftendes Milchbad *fein*.

Neben der hautpflegenden Eigenschaft wirkt das Milchpulver als Emulgator. Dies ist vorteilhaft wenn, wie im nächsten Schritt beschrieben, noch hautpflegende Fette verarbeitet werden. Wer möchte kann stattdessen oder zusätzlich Mulsifan (synthetischer Emulgator) einbauen.

Es geht noch mehr!
Anstelle oder zusätzlich zum Milchpulver bekommen die Badebomben eine besondere hautpflegende Wirkung, wenn Pflanzenfett, -butter und evt. ein wenig Pflanzenöl beigegeben werden.
Besonders beliebt ist da Kakaobutter, weil die Kugeln damit gut fest werden und die Haut reichhaltig gepflegt wird. Aber auch "einfaches" Kokosfett lässt sich prima verarbeiten und pflegt die Haut.
Wer experimentieren möchte kann sicher auch Sheabutter, Mangobutter und einen kleinen Teil flüssige Öle wie Mandel-, Sesam-, Jojobaöl oder auch andere verwenden.


Badebombenwasser mit Weizengraspulver

Gerne werden auch Pflanzenteile wie getrocknete Lavendelblüten, Rosenblütenblätter oder Ringelblumenblüten beigemischt, die dann nett im Badewasser schwimmen.

Das i-Tüpfelchen erhalten die Badebomben, wenn sie auch noch bunt sind. Hier empfehle ich wasserlösliche Lebensmittelfarben oder Kosmetikpigmente (Anwendungsbereich: 1 !!) zu verwenden. Öllösliche/-dispergierbare Pigmente setzen sich mit den Fetten am Wannenrand  und auf der Haut ab. Wenn auch auf der Haut nicht sichtbar, finde ich aber, da gehören die nicht hin - zumal der so angenehme Fettfilm auf der Haut verbleibt.

Badebombenwasser mit Himbeerfruchtpulver
Weniger bedenklich und vielleicht sogar mit Pflegewirkung wären da bunte Tonerden. Machen zwar auch einen unschönen Wannenrand, sind aber netter zur Haut *denkichmal*.
Ausprobiert habe ich noch Fruchtpulver, Spirulina und Weizengraspulver. Diese verhielten sich im Badewasser ähnlich wie die Tonerden.

Generell müssen die Faben aber bitte vorsichtig und sparsam dosiert werden. Es soll ja eigentlich nur die Badebombe bunt werden und nicht der Mensch ;)

Geformt werden können die Badebomben mit Hilfe von zwei Acrylkugelhälften aus dem Bastelladen, mit Fleischklopszangen oder werden einfach in Silkonbackformen für Muffins gefüllt und angedrückt.

Ein ganz hervorragendes Tutorial zur Herstellung von Badebomben incl. Rezept findet ihr bei goodgirl.
Ein auch immer wieder gerne genommenes Rezept hat Milena zur Verfügung gestellt.
In der Osterzeit machen sich Badeeier wie z.B. von bbee sehr schön in den Osternestern.
Mit der Zugabe eines Tensides schäumt's sogar, wie bei Schaumzwergs Badeherzen.
Tascha's Tutorial für Badebombenrouladen ist sicher auch nachahmenswert.
Foody-Fans werden ihre Freude an den Badebomben-Cupcakes von lele haben.
Bei sonnenblume findet man eine Reihe unterschiedlicher Rezepte und Ideen. Sogar Badecupcakes mit Soße :) oder Salz-Badebomben.

Auf der Grundlage eines Rezeptes, das ich von Nane erhielt hat sich für mich folgende Mischung herauskristallisiert:

100 g Natriumhydrogencarbonat
50 g Zitronensäure
30 g Buttermilchpulver
40 g Maisstärke
20 g Kakaobutter
10 g Kokosfett
etwa 2 g Duft (ätherische Öle / Parfümöl)

Das ergeben vier Badebomben mit einem Durchmesser von 5 cm; geformt mit Bastel-Acrylkugeln.
Für einmal-glücklich-sein-in-der-Badewanne gebe ich eine Kugel ins Wasser.



Die Farbexperimente in Sachen Badebomben sind im einzelnen hier nachzulesen:

Erster Teil (öldispergierbare Farben)
Zweiter Teil (wasserlösliche Farben)
Dritter Teil (Tonerden)
Vierter Teil (Sonstiges)